Shadow – unser Sorgenkind

Shadow sucht Paten

Update 10.03.2019 –

Kleines Update zu Shadow nach einer Woche: Sie frisst mittlerweile selbstständig, wenn auch immer defensiv.

Durch Türen gehen macht ihr Angst, ebenso wie viele andere Geräusche, die im normalen Alltag einfach vorhanden sind. Wir möchten hier nochmal ganz deutlich betonen, dass an eine Vermittlung noch lange nicht zu denken ist. Es liegt noch viel Zeit, Ruhe und Vertrauensarbeit vor ihr.

Es wird nicht täglich oder ständig Updates geben können, da die minimalen Fortschritte aktuell eigentlich nicht mess- oder fotografierbar sind.

Zum Thema Patenschaft für Shadow: Bereits ab einem Monatsbeitrag von 5,00 Euro (nach oben offen) mit dem Verwendungszweck „Patenschaft Shadow“ ist dies möglich. Jeder Pate bekommt eine Urkunde mit einem Bild von ihr  Wir bitten um Euer Verständnis, dass zurzeit nur so geht. Natürlich versuchen wir, Euch so gut es geht auf dem Laufenden zu halten. Fragen am besten per Privatnachricht, wir können auch oft nicht sofort antworten – außer der Versorgung von Shadow haben wir unsere normalen Arbeitstag-Alltage zu stemmen und die restliche, wichtige Vereinsarbeit ist ebenfalls zu erledigen.


Bereits Mitte Dezember 2018 bekamen wir Kenntnis von einem immer wieder gesichteten Labrador in Knüllwald. Es gab einige nett gemeinte, aber leider kontraproduktiv verlaufende Versuche, das Tier einzufangen. Es verstand es perfekt, Menschen zu meiden bzw. vor ihnen wegzulaufen und dann fast geisterhaft wieder zu verschwinden.
Mehrere Tierschutzvereine waren bereits angefragt/eingeschaltet worden, doch keinem war es bisher gelungen, das Tier zu sichern. Der Hund wurde an vielen Orten gefüttert oder versorgte sich selbst – mit Schlachtabfällen, aus Katzenfutternäpfchen, mit welchen z. B. die Bauernhofkatzen gefüttert werden sollten usw. ….
Da wir ein wirklich sehr kleiner Verein sind mit wenigen Mitgliedern und uns eigentlich ursprünglich dem Thema Katzenkastrationen etc. verschrieben haben, mussten wir im Vorstand gut überlegen, ob wir uns eine solche Sicherungsaktion wirklich zumuten können. Denn auch unsere Arbeit ist ehrenamtlich, also unbezahlte Freizeit. Und neben unseren Jobs und den anfallenden Katzen-Problematiken müsste ja dann auch noch eine Menge vorbereitender Recherche sowie letztendlich die Sicherung des Hundes und anschließende „Verwahrung“ durchgeführt werden.
Vorbereitende Recherche? Ohja!! Viel Arbeit – erstmal für nix. Sichtungsmeldungen sammeln, im Hintergrund die tiermedizinische Versorgung sicherstellen, Menschen finden, die helfen wollen. Und zwar länger als 1,2,3 Wochen…. Denn niemand konnte im Vorfeld sagen, wie lange sich die Angelegenheit überhaupt hinziehen würde. Außerdem war es natürlich extrem wichtig, dass alle notwendigen Ämter und Behörden über jeden unserer Schritte informiert und involviert waren. Dies alles wurde selbstverständlich auch durchgeführt und wir sind froh darüber, dass wir von Seiten der Behörden in unserem Tun so gut unterstützt wurden.
Das einzige, was für uns so sicher wie das berühmte Amen in der Kirche war: Wir ziehen das bis zur endgültigen Sicherung des Tieres durch. Wir sind Tierschützer, verdammt nochmal. Da hört man nicht einfach auf, wenn es unbequem wird!
Was sich in der Theorie und auch jetzt beim Schreiben so einfach anhört, war nervenaufreibende Kleinstarbeit. Nach vielen intensiven Vorbereitungen konnte eine Hunde-Lebendfalle ausgeliehen werden, welche wir an einer bereits vorhandenen und von dem Hund angenommenen Futterstelle aufstellen konnten.
Jedoch musste diese Stelle bereits nach einer Woche wieder geräumt werden. Ein großer Rückschlag für uns und damit verbunden – erneute Recherche. Wo befindet sich das Tier noch? Wo kann eine neue Futterstelle eingerichtet werden? Wer hilft, diese zu betreuen? Denn man muss wissen, dass diese Futterstelle bzw. die Ortschaft für uns immer den einfachen Weg von 18 km bedeutet hat.
Da wir auch die Hunde-Lebendfalle wieder zurückgeben mussten – denn der leihende Verein hatte selbst dringende Sicherungen durchzuführen – hatten wir ein neues Problem: Wir benötigen eine vernünftige Hunde-Lebendfalle. Sicher, groß genug, wetterfest, auch schwer genug, falls es stürmt und schneit…
Also legten wir einfach zusammen und ließen uns eine Lebendfalle anfertigen. Zusätzlich wurden zwei neue Wildkameras angeschafft, um zuverlässig sehen zu können, ob und vor allem wann der Hund an die Futterstelle kommt – und welche Tiere sonst noch so diese Stelle aufsuchen.
All diese Aktivitäten konnten und durften wir noch nicht öffentlich machen. Das hat Gründe, die wir nicht diskutieren werden. Daher konnte natürlich auch kein Hilferuf veröffentlicht werden. Denn es durfte kein „Tourismus“ stattfinden und uns somit jegliche Fortschritte zunichte gemacht werden.
Endlich fanden wir eine zuverlässige Person, welche uns vor Ort half, die Futterstelle regelmäßig neu zu bestücken. Als Mitte Januar die Falle fertig war und diese aufgestellt wurde, haben wir täglich jegliche Planung über den Haufen werfen müssen. Denn nochmal: „schnell“ ging in diesem Fall mal so gar nix! Auch bekamen wir gefühlte 500 nett gemeinte Ratschläge, die jedoch allesamt in dieser Situation nicht umsetzbar waren. Wir entschuldigen uns im Nachhinein bei Jedem, dem wir vielleicht etwas genervt geantwortet haben… es war der Situation geschuldet und auch wir sind nur Menschen mit langsam, aber sicher reißendem Nervenkostüm.
Nach insgesamt 72 Tagen voller Ungeduld, Fütterungen, Auswertungen der Fotos und Videos aus den Wildkameras, Fehlalarme (ausgelöst durch Katzen, welche die Falle ausgelöst haben) war es am vergangenen Sonntagmorgen gegen 05.30 Uhr endlich soweit – die Falle ging zu, der Alarm kam aufs Handy, wir standen stramm, unsere Hilfsperson wurde aus dem Bett geworfen „kannst du bitte mal gucken?“ und endlich der erlösende Rückruf….. „Könnt Ihr bitte kommen? Wir haben den Hund…“
Man hätte meinen können, wir hätten in die Autos Raketenantriebe eingebaut. Zügig, aber doch möglichst ruhig wurde also jegliches Equipment abgebaut und der Hund mit der Falle ins Auto gebracht. Hier musste er etwas ausharren, bis wir zum Tierarzt fahren konnten, um ihn erst einmal komplett durchchecken zu lassen. Es handelt sich um eine braune Labradorhündin. Sie wurde entwurmt, gründlich untersucht und festgestellt, dass sie relativ unbeschadet durch die Zeit draußen gekommen ist. Körperlich.

Shadow, noch in Narkose

Denn ihre Seele hat gelitten. Massiv.
Gleich am Montagmorgen wurden alle notwendigen Amtswege erledigt. Der Hund musste unserem Tierschutzverein mit allen Rechten und Pflichten übereignet werden, was auch umgehend erledigt werden konnte. Wir sind glücklich, das Tier endlich gesichert zu haben und werden immer wieder von ihr berichten.

Wer uns helfen möchte, die bereits entstandenen und noch weiterhin entstehenden Kosten zu stemmen, spendet bitte gerne unter dem Verwendungszweck „Shadow“ an DE65 5205 2154 0057 0022 97 oder per Paypal an kontakt@tierfreunde-malsfeld.de
Selbstverständlich werden auf Wunsch Spendenquittungen ausgestellt, dafür bitte genaue Anschrift angeben.