Kastrationsaktion mit unseren Tierschutzkollegen

Über unseren befreundeten Tierschutzverein „Hand und Pfote Lohfelden“ erreichte uns ein Hilferuf bzgl. mehrerer herrenloser Streunerkatzen, darunter eine Mama mit ca. 3-4 Wochen jungen Kitten auf einem Heuboden sowie vier „schlimm aussehende“ ca. halbjährige Tiere.
Alle Katzen werden von einer netten älteren Dame zwar mit Futter versorgt und finden auch in der großen Scheune des Nachbarn regelmäßig Unterschlupf, doch „das wars dann auch“.
Die Lohfeldener Kollegin versuchte zuerst, sich mit dem zuständigen Tierheim in Verbindung zu setzen, denn Lohfelden und Knüllwald… das ist ja schon ein großer (auch entfernungsmäßiger) Unterschied.
Leider war es nicht möglich, die Zuständigen dazu zu bewegen, sich um das Dilemma dort in Knüllwald zu kümmern. So meldete sie sich dann bei uns – denn, also sorry, aber…… wie so oft: Wir sind Tierschützer! Es geht um das Wohlergehen von Tieren OHNE LOBBY, denen wir uns verschieben haben (sollten)! Da ist eine Orts- und Zuständigkeitsgrenze manchmal echt unerheblich. Es muss verdammt nochmal einfach nur AKTIV gehandelt werden – egal, ob es gefühlte 50 Grad im Schatten mit schwülen 80% Luftfeuchtigkeit sind – und egal, ob es ein Sonntag ist, den auf der Couch zu verbringen wir uns auch redlich verdient hätten
Also wurde *mal schnell* Hilfe zugesagt, allerdings mit der Option, dass wir leider keine Tiere aufnehmen können – höchstens als „Durchläufer“ kastrieren, versorgen, päppeln etc. und wieder dort absetzen können. Somit wurde abgeklärt, dass die Mama mit den Kitten in den Lohfeldener Verein übergeben werden und der Rest – schaun wir mal……
Ach übrigens – wir haben natürlich KEIN Vereinsauto!! Wir kriechen mit unseren Privatfahrzeugen durch die Gegend, der „alte Ford“ musste mal wieder herhalten – das lustige Equipment sieht man ja hier
Am Fangort morgens um 10 angekommen, wurden wir bereits von der netten älteren Dame erwartet – und von zwei schwarzen Katzen mit Kohldampf. „oh, das ist die Mutterkatze und die da…keine Ahnung, aber die gehört auch keinem.“

Kurzerhand Fallen aus dem Auto, auf dem Bürgersteig drapiert – köstliche Futterbröckchen als Einladung verkleidet… KLACK KLACK – die ersten zwei Erfolge.
Katzen in die Umsetzkörbe getopft, ins Auto, abdecken, da hatten sie Ruhe.


Fehlen also noch die vier Halbjährigen. Oh nein, es sind nur noch drei – eine wurde gestern überfahren
Also noch drei Halbjährige und die Kitten. Diese sitzen auf dem Heuboden. Die Leiter da hoch ist der Hammer… und wieder mal war ich froh, meinen Mann dabei zu haben, der nicht nur absolut höhensicher ist sondern sich eben auch nicht zu schade, seinen wohlverdienten Sonntag einfach mal in alten Klamotten mit Fanghandschuhen und Kescher bewaffnet aufm alten Heuboden rumzukrauchen, um Katzenbabies zu sichern.

Also er mit einer Kollegin „im Heu“ – ich unten, es waren noch Katzen zu fangen.
Gegen 14 Uhr konnten wir dann vermelden: bis auf eine Halbjährige sind alle Katzen incl. der Kitten gesichert!!!!


Wir stellten dann in die Scheune noch eine Falle mit Fallenmelder, denn wir mussten ja erstmal die ganze Fracht aufteilen und vor allem die Mama mit den Kitten an die Lohfeldener Kollegen übergeben, damit die Familie schnell wieder zusammengeführt werden kann.
Alle Leitungen auf Empfang fuhren wir nach Hause, versorgten unsere Hunde, ein schnelles Gassi durch die schwüle Luft und dann erstmal unsere Schützlinge Marie mit den Babies Maddox und Tosca versorgen und ihr kleines Baby-Abteil im Katzenzimmer vergrößern….. da klingelte das Telefon: Die letzte Katze ist in der Falle!!! YESSSSSSSS !!!
Also nochmal los, Katze holen.
Wir haben mit den Kollegen besprochen, dass wir uns um die Halbjährigen und die „Zugabe“-Katze kümmern werden, denn wir vermuten, dass es sich „nur“ um einen massiven Floh-, Wurm- und Haarlingsbefall handelt, weswegen sie so schlecht aussehen. Das wird schnellstmöglich tierärztlich behandelt, sie werden kastriert und dürfen dann hoffentlich schon bald wieder zurück.
Ja, es war WIEDER ein Einsatz in einem Gebiet, für das wir überhaupt nicht zuständig sind.
WIEDER war es in einem Gebiet, in dem es KEINE Kastrationspflicht gibt.
WIEDER waren die eigentlich zuständigen Stellen einfach nicht bereit, sich um die Tiere zu kümmern.
Wir tun es gern – in unserer Freizeit – OHNE jegliche Bezahlung! – mit unseren eigenen Privatfahrzeugen – an Sonn- und Feiertagen – bei Hitze, Kälte und was nicht alles.
Und wir sind NICHT darauf aus, überall präsent zu sein oder in Zeitungsartikeln große Reden zu schwingen.
Wir machen die aktive Arbeit vor Ort.
Und wir freuen uns über jeden Euro, der auf unserem Paypal-Konto kontakt@tierfreunde-malsfeld.de oder unserem Bankkonto DE65 5205 2154 0057 0022 97 ankommt, um die Tierarztrechnungen zu bezahlen und alle Tiere – auch die „Durchläufer“ sehr gut versorgen zu können.
Danke fürs Lesen – wir sind jetzt ziemlich im Eimer und werden tatsächlich mal die Füße hochlegen – vermutlich